Arbeitslohn von Gesellschafter-Geschäftsführern

By Ingo Bothe on Januar 17, 2017 in Uncategorized

Wird einem Gesellschafter-Geschäftsführer ein höheres Entgelt bezahlt, als schriftlich vereinbart wurde, liegt nach Auffassung der Finanzverwaltung stets eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, mit der Begründung, dass die überhöhte Zahlung aus dem Gesellschaftsverhältnis veranlasst wurde. Hieraus folgt, dass diese Zahlung bei der GmbH nicht als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig ist, bei dem Gesellschafter-Geschäftsführer jedoch zu steuerpflichtigen Einkünften führt. Die steuerlichen Folgen können nicht durch Rückzahlung rückgängig gemacht werden.

Der BFH hat mit seinem Urteil vom 14. April 2016 entschieden, dass keine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt, wenn die überhöhte Auszahlung irrtümlich erfolgt ist. In diesem Fall kann mit steuerlicher Wirkung auch zurück gezahlt werden.

Mit Urteil vom 15. Juni 2016 hat der BFH des Weiteren entschieden, dass ein fiktiv zugeflossener Arbeitslohn vorliegt, auch wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer auf die (teilweise) Auszahlung seines Arbeitslohnes verzichtet. Dies gilt zumindest dann, wenn dieser nach Entstehung des Anspruchs verzichtet. Wird der Verzicht vor seiner Entstehung (z. B. vor Beginn des nächsten Gehaltsmonats) ausgesprochen, liegt kein fiktiver Arbeitslohn vor. Aus Gründen des Nachweises sollte dieser Verzicht stets schriftlich verfasst werden.

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